{"id":15257,"date":"2022-08-25T06:31:58","date_gmt":"2022-08-25T04:31:58","guid":{"rendered":"https:\/\/kutterlaw.com\/?p=15257"},"modified":"2022-09-18T05:10:59","modified_gmt":"2022-09-18T03:10:59","slug":"heriter-en-france","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kutterlaw.com\/fr\/heriter-en-france\/","title":{"rendered":"H\u00e9riter en France"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"15257\" class=\"elementor elementor-15257 elementor-10910\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-5d53c886 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"5d53c886\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-20fefc3e\" data-id=\"20fefc3e\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-57a94293 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"57a94293\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\n<h2>Welches Recht kommt zur Anwendung?<\/h2>\n\n<p>Wenn ein deutscher Erblasser in Frankreich lebte und dort Immobilen und Bankkonten besa\u00df, so kann es sein, dass auf den Erbfall franz\u00f6sisches Recht anzuwenden ist.<\/p>\n\n<p>Sofern der Erbfall vor dem 17. August 2015 stattfand, sind in der Regel zwei Nachlassabwicklungen zu f\u00fchren: eine in Deutschland, eine in Frankreich. Seit dem 17. August 2015 gilt die europ\u00e4ische Erbrechtsverordnung, nach der Erbf\u00e4lle grunds\u00e4tzlich einheitlich zu beurteilen sind.<\/p>\n\n<p>Die EU-Erbrechtsverordnung sieht vor, dass der Erbfall nach dem Recht abgewickelt wird, in dessen Land der Verstorbene seinen letzten gew\u00f6hnlichen Aufenthalt hatte. Wo sich die konkreten Nachlassengegenst\u00e4nde befinden ist dabei nicht von Bedeutung.<\/p>\n\n<p>Nichtsdestotrotz hat der Erblasser die M\u00f6glichkeit, die Anwendung des Recht seines Heimatlandes zu bestimmen. Im Falle doppelter Staatsangeh\u00f6rigkeit hat der Erblasser die Wahl zwischen beiden Staaten.<\/p>\n\n<h2>Die gesetzliche Erbfolge in Frankreich, Art. 734 ff. Code Civil<\/h2>\n\n<ol>\n<li>Ordnung: Abk\u00f6mmlinge des Erblassers (eheliche, nichteheliche und adoptierte Kinder)<\/li>\n<li>Ordnung: Eltern und Geschwister des Erblassers<\/li>\n<li>Ordnung: Vorfahren der Eltern<\/li>\n<li>Ordnung: Seitenverwandte<\/li>\n<\/ol>\n\n<p><br \/>Dem \u00fcberlebenden Ehegatten spricht das franz\u00f6sische Erbrecht ein gesetzliches Erbrecht zu. Eingetragene Lebenspartner k\u00f6nnen nur per Testament vom Partner erben.<\/p>\n\n<p>War der Erblasser verheiratet und kinderlos, erbt der \u00fcberlebende Ehegatte \u00bd und die Eltern je \u00bc. Ist ein Elternteil vorverstorben, f\u00e4llt dem Ehegatten dessen Erbteil zu. Sind beide Eltern vorverstorben, f\u00e4llt der gemeinsame Nachlass dem \u00fcberlebenden Ehegatten (Art. 757-1 und 757-2 Code Civil).<\/p>\n\n<p>War der Erblasser unverheiratet und kinderlos, hat jedoch noch Eltern und Geschwister, so Erben die Eltern je \u00bc, die \u00fcbrige H\u00e4lfte wird zu gleichen Teilen unter den Geschwistern aufgeteilt. Wenn nur noch ein Elternteil lebt, so erbt dieser \u00bc und die Geschwister teilen sich die \u00fcbrigen \u00be (Art. 738 Code Civil).<\/p>\n\n<p>Hinterl\u00e4sst der Erblasser seinen Ehegatten und gemeinsame Kinder, so kann der \u00fcberlebende Ehegatte zwischen dem Nie\u00dfbrauch des gesamten Nachlasses oder dem Eigentum an \u00bc am Nachlass w\u00e4hlen. Resultieren die Kinder nicht aus der Ehe mit dem \u00fcberlebenden Ehegatten, so erh\u00e4lt der Ehegatte das Eigentum an \u00bc des Nachlasses (Art. 757 Code Civil).<\/p>\n\n<p>War der Erblasser unverheiratet und kinderlos, so erben die Eltern des Erblassers sowie seine Geschwister zu gleichen Teilen. Hinterl\u00e4sst der Erblasser weder Geschwister noch dessen Abk\u00f6mmlinge, so erben beide Elternteile je \u00bd des Nachlassverm\u00f6gens (Art. 736 Code Civil). Sind die Eltern des Erblassers vorverstorben, erben seine Geschwister und deren Abk\u00f6mmlinge zu gleichen Teilen (Art. 736 Code Civil).<\/p>\n\n<p>Unter bestimmten Umst\u00e4nden werden Nachkommen das Recht zu erben kraft Gesetzes aberkannt, z.B. im Fall des (versuchten) Mordes am Erblasser (vgl. Art. 726, 727 Code Civil)<\/p>\n\n<h2>Die Abwicklung des Nachlasses<\/h2>\n\n<p>Anders als in Deutschland sind in Frankreich die Notare f\u00fcr die Abwicklung des Nachlasses zust\u00e4ndig. Diese werden von den Erben mandatiert und k\u00fcmmern sich um die Auflistung der Verm\u00f6genswerte und Schulden, Beurkunden nach Art. 730-1 Code Civil ein \u201eacte de notori\u00e9t\u00e9\u201c (Vergleichbar mit dem deutschen Erbschein) und reichen die Erbschaftssteuererkl\u00e4rung beim Finanzamt des letzten Aufenthaltsorts des Erblassers ein.<\/p>\n\n<p>Sobald der Nachlass internationalen Bezug hat (z.B. Immobilie, Bankkonto im Ausland), wird der Notar einen europ\u00e4ischen Erbschein ausstellen, sodass die Erben ihre rechtliche Stellung auch au\u00dferhalb von Frankreich nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n<p>Richtet sich der Erbfall nach deutschem Recht, m\u00fcssen die Erben beim deutschen Nachlassgericht einen europ\u00e4ischen Erbschein beantragen und diesen dem franz\u00f6sischen Notar vorlegen. Erst dann kann die Immobilie \u00fcberschieben werden bzw. der Zugang zum Bankkonto erm\u00f6glicht werden.<\/p>\n\n<h2>Pflichtteil<\/h2>\n\n<p>Auch das franz\u00f6sische Erbrecht gew\u00e4hrt bestimmten Personen, die z.B. aufgrund eines Testaments oder Erbvertrags ausgeschlossen sind, einen Anspruch auf den Pflichtteil (sog. \u201er\u00e9serve h\u00e9r\u00e9ditaire\u201c)<br \/>Pflichtteilsberechtigte sind ausschlie\u00dflich Abk\u00f6mmlinge und der Ehegatte des Erblassers.<br \/>Der Pflichtteil des \u00fcberlebenden Ehegatten betr\u00e4gt \u00bc des Nachlassverm\u00f6gens, wenn keine Abk\u00f6mmlinge vorhanden sind.<br \/>Der Pflichtteil eines Kindes betr\u00e4gt \u00bd des Nachlasses; bei zwei Kindern 1\/3; bei drei Kindern \u00bc.<\/p>\n\n<p>Achtung: ein Verzicht eines Erben auf den Pflichtteil ist nach franz\u00f6sischem Recht unzul\u00e4ssig!<\/p>\n\n<h2>Erbschaftssteuern<\/h2>\n\n<p>Immobilien, die sich in Frankreich befinden, unterliegen immer der franz\u00f6sischen Erbschaftssteuer, unabh\u00e4ngig davon, welches Recht auf den Erbfall angewendet wird.<\/p>\n\n<p>Die Freibetr\u00e4ge sind \u2013 wie auch in Deutschland \u2013 abh\u00e4ngig vom Verwandtschaftsgrad zum Erblasser.<\/p>\n\n<h3>Frankreich:<\/h3>\n\n<p>Freibetr\u00e4ge zwischen Ehepartnern: steuerfrei!<br \/>Freibetr\u00e4ge zwischen Eltern und Kindern: 100.000 \u20ac f\u00fcr jeden Erbteil pro Erbe bzw Schenkung alle 15 Jahre<br \/>Freibetr\u00e4ge zwischen Geschwistern: 15.697 \u20ac<br \/>Freibetr\u00e4ge zugunsten Nichten\/Neffen: 7.849 \u20ac<\/p>\n\n<p>In Deutschland sind die Steuerfreibetr\u00e4ge meist gro\u00dfz\u00fcgiger sind als in Frankreich!<\/p>\n\n<h3>Deutschland:<\/h3>\n\n<p>Freibetr\u00e4ge zwischen Ehepartnern: 500.000 \u20ac<br \/>Freibetr\u00e4ge zwischen Eltern und Kindern: 200.000 \u20ac f\u00fcr jeden Erbteil pro Erbe bzw. Schenkung alle 10 Jahre<br \/>Freibetr\u00e4ge zwischen Geschwistern: 20.000 \u20ac<br \/>Freibetr\u00e4ge zugunsten Nichten\/Neffen: 20.000 \u20ac<\/p>\n\n<p>Um bei internationalen Erbschaften Steuern zu sparen, ist der anwaltliche Rat zur Rechtswahl unerl\u00e4sslich. Gerne unterst\u00fctzt Sie unser internationales Team bei der Gestaltung ihres Nachlasses.<\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quel droit est applicable? 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